Alte Freunde (2016)

Und der Anruf kommt doch immer, und ich schreib dich wieder an

Kann nicht glauben wie die Zeit rinnt, ist’s schon lange wieder her

Bin ab morgen in der Gegend, wolln wir uns denn dann mahl treffen?

Und ich hass es und ich lieb es, und es fällt mir leicht und schwer

Denn ich kann mich noch erinnern, und vermisse dich doch so sehr

Und die Alte Kneipe passt schon, alte Bilder an der Wand

Und ich freu mich dich zu sehen, kannte dich doch mal so gut

So wie damals, so wie früher, als wir doch noch anders waren

Ja wie geht’s dir? Und was macht du? lass dich doch mal kurz umarmen

Und dann fühlt es sich so an als würd man sich gar nicht kennen

Erstes treffen, neue Worte, nur an allem hängt das alte

Drängt sich zwischen, klebt an Silben, spricht ganz leise meine Worte 

Ja so ist das eben jetzt, ham uns Neues nichts zu sagen

Komm schon alter, weißt du noch? als währs Gersten erst gewesen

Schlechte Witze, lange Nächte, und so viele, viele Pläne

Unbeendete Projekte und belanglose Gespräche

Und ja einmal, ganz spezifisch, eine Reihe von Momenten

Waren wir nicht einfach dumm, aber mussten immer Lachen

Du erinnerst dich bestimmt

Nur was bringt uns das denn jetzt, sitzen wortlos nur am Tisch

Trinken stille vor uns hin, stochern lustlos rum im essen

Wolln mit altem uns verbinden aber können uns nicht finden

Ich und du wir warn’ mal etwas, aber jetzt sind wir gewesen

Wollen zu sehr wieder das sein, und zu wenig neues knüpfen

Alte Zeiten

Neues wird nicht mehr geschrieben, wenn wir uns in stille wiegen

Denn wenn ich von jetzt erzähle, bist du nicht mehr zu erreichen

Und wenn du von morgen redest, fällst mir schwer nicht abzuschweifen

Und das Wetter ist schon eklig, ach der Stau der nervt dich auch?

Ja das sind wir eben jetzt, kleine Worte, leere Themen

In der engen, kleine Kneipe, kann ich Gestern noch vernehmen

Wie die Judbox und die Muke – alt, nostalgisch und kaputt

Vielleicht ist es auch ok so. Vielleicht werte ich es ab.

Nur weil etwas nicht mehr ist, nur, weil man’s dann nicht mehr hat

Ist es doch noch lang nicht wertlos. Vielleicht lass ich deine Hand los.

Und der small talk faded aus, zahl den Drink, und gehe heim

Oder Small talk kann ok sein und wir einigen uns drauf

Aber was auch immer anklingt, dass es war ist einfach gut

Komm schon alter, weißt du noch? als währs Gersten erst gewesen

Schlechte Witze, lange Nächte, und so viele, viele Pläne

Unbeendete Projekte und belanglose Gespräche

Und ja einmal, ganz spezifisch, eine Reihe von Momenten

Waren wir nicht einfach dumm, aber mussten immer Lachen

Du erinnerst dich bestimmt

Und erinnern ist das Stichwort, denn das kann uns niemand nehmen

Und auch wenn ich manchmal maule, traurig bin und mich nach sehne

Was wir hatten steht für immer, denn was war, das prägte Heute

Und wenn du und ich nicht waren, währn wir heute andre Leute

Schon ironisch so ne Bindung, die dich fesselt und dann trennt

Das Erinnern ist schon dufte, aber ich muss laufen lernen

Will mich nicht auf altes stützen, muss mir neue Ziele setzten

Aber diese Diskrepanz, der Vergleich von dann und heute

Ich vermiss dich und ich mag dich, aber ich kann nicht zurück

Meine Worte bleiben tonlos, das würd dich nicht überraschen

Irgendwann war Lügen leichter

Du bist wichtig – Gestern, Heute und so wird es immer bleiben  

Wollte trinken nur mit dir, wollt dir helfen, für dich da sein

Wollte planen, plotten, siegen, wollte alles und auch nichts 

Und wir hatten es doch etwas, und das etwas, das war gut

ist vorbei und ist ok so, nur, grad tut es etwas weh

Also, seit mir jetzt nicht böse, wenn ich heute einfach geh 

Leave a comment